Hin und her gerissen! Mich fasziniert das Selbstversorgerleben auf dem Land

Als kleines Mädchen habe ich davon geträumt mit meinem Schwarm einen Bauernhof zu leiten. Sich um die Tiere zu kümmern, war für mich die aller schönste Vorstellung. Ich wurde älter, die Werbeanzeigen im TV besser und somit verschwand die Idee des eigenen Bauernhofs und neue Wünsche wie ein Barbie Haus, Kuscheltiere oder anderer Kram wurden für mich viel interessanter.

Ich muss dazu sagen ich bin ein Einzelkind und weiß genau, wie ich meine Eltern rum bekomme, damit ich bekomme, was ich will. Nun ja, so krass ist es vielleicht doch nicht aber in meiner Kindheit gab es unglaublich viel, was ich besitzen wollte. Mein kleines großes Reich, im Hause meiner Eltern, hatte echt viel Krimskrams und Spielzeug zu bieten – und mein Kinderzimmer war echt groß!

Gefühlt alle sechs Monate überkam mich dann doch der Drang, alles so richtig auszusortieren. Ich muss sagen, 

„mich von Dingen trennen, kann ich mindestens genau so gut, wie mir neue dinge anschaffen.“

Meiner Meinung nach, eine sehr wichtige Eigenschaft, wenn man sich gerne mit neuen Sachen eindeckt.

Fast 20 Jahr später sieht die Welt für mich schon wieder ganz anders aus. Ich habe begriffen, dass diese „Kunsumgeilheit“, wie wir sie hier im Westlichen Raum sehr ausgeprägt vorfinden, absolut in unserem System erwünscht ist.

Ich denke, es ist einfacher Weg, die Menschen zu beschäftigen und bei Laune zu halten, um jeden Tag aufs Neue dem langweiligen Job nach zu gehen. Denn wie will man sich sonst die neue PlayStation leisten, die seit Wochen überall in der Werbung zu sehen ist? Wir kennen es ja auch gar nicht anders.

„Hinterfragen allerdings auch nichts.“

Ich beobachte ständig wie lustlos die Menschen über Ihre Arbeit sprechen. Jeder herankommende Montag wird von allen gehasst, denn das bedeutet die freie Zeit des Wochenendes ist vorbei. Ich spreche hier nicht von Selbstständigen, die Ihre Berufung gefunden haben. Mir geht es einzig und allein um die Arbeiter, die arbeiten, weil es sich so gehört.

Und da frage ich mich:

„Wie wäre es, wenn keiner arbeiten müsste?

Wie wäre es, wenn jeder Mensch das bedingungslose Grundeinkommen von 1.000 € bekommt und ich frei entscheiden kann, ob ich noch mehr möchte?

Eventuell denke ich in diesem Falle etwas zu romantisch, aber ich glaube, dass bei vielen Menschen der Druck:

„ICH MUSS GELD VERDIENEN!“

Blockaden aus löst. Fällt dies weg kann der Focus darauf gelegt werden, was spaß macht und als Arbeit befriedigt, nicht was am meisten Geld bringt. Denn wenn jeder einfach nur das macht, was einem unglaublich viel spaß macht und wo das Herz vollkommen dabei ist, gibt es bestimmt genug von allem.

Sollte es dann etwas nicht geben, so denke ich, benötigen wir es auch nicht. Die Natur ist so wundervoll und stimmig in sich, das es fast schade ist, was der Mensch alles Technisches erfunden hat und vor allem mit dem Erfundenen angerichtet hat. (Bitte versteht mich nicht falsch, natürlich mag ich auch die Technik. Wie die Überschrift schon verrät, bin ich in meiner Meinung hin und her gerissen.)

„Wir könnten uns mehr auf den Fluss des Lebens verlassen!“

Nun könnte ich mich lange über unser aktuelles System beschweren oder einfach gleich in unbewohnte Länder entfliehen, doch das ist nicht meine Art. Mein persönliches Ziel ist es, den größten Genuss aus beiden Welten zu ziehen.

Wenn es hier erwünscht ist, möglichst viele Waren zu konsumieren, Geld zu verdienen und verdientes Geld wiederum in Form von Steuern zurück zu zahlen,

dann will ich das aller beste daraus machen!

Ich möchte so viel verdienen, wie es nur geht. So viel Sachen kaufen, bis es mir langweilig wird und so viel Steuern Zahlen, bis das Finanzamt mich liebt und meine Steuernummer auswendig weis.

Aber bitte versteht mich nicht falsch. Ich möchte all diese Dinge, denn ich wurde in dieses Denken hinein geboren. Ich kann mir sehr gut vorstellen das genau das Gegenteil viel glücklicher macht.

„Nichts zu besitzen und nichts zu wollen, ist bestimmt viel befreiender.

Genau aus diesem Grund möchte ich auch beide Seiten auskosten. Das materielle Konsum-Leben, noch solange ich jung und dynamisch bin, das Besitzlose Selbstversorger-Leben mit der Erfahrung und dem Alter.

Mein letzter Tramping-Urlaub hat mir schon sehr gezeigt, wie viel glücklicher man ist, wenn man nichts hat. Am Anfang unserer Reise hatten wir noch ein gutes finanzielles Budget und somit waren wir kaum auf andere angewiesen. Außer natürlich auf Autofahrer, die uns mit nahmen. Doch am Ende unserer Reise, hatten wir noch nicht mal mehr Geld für ein warmes Mittagessen und ich muss euch sagen, was uns in dieser Zeit für tolle Menschen begegneten, die uns einfach nur so, gerne halfen, war UNGLAUBLICH! Ich denke:

„Ohne Geld, lernt man die Welt und das was in ihr steckt, erst richtig kennen!“

Es ist jetzt an der Zeit, dass auch du aktiv wirst, denn ich frage mich, was du über dieses Thema denkst? Hinterlasse mir doch, gerne auch anonym, ein Kommentar. Ich bin gespannt, was Du dazu zu sagen hast!

2 replies on “Hin und her gerissen! Mich fasziniert das Selbstversorgerleben auf dem Land

  • Solange

    Ich verstehe sehr wie dich das Thema Minimalismus hin und her reißt, da ich mich schon seit längerem damit beschäftige. Der Drehpunkt für mich war eine Doku die ich gesehen habe, in der zwei Minimalisten durch Amerika reisen und versuchen den Leuten zu erklären was Minimalismus bedeutet. So wie sie es beschrieben, ist der Sinn von Minimalismus nicht nichts zu haben, sondern ausschließlich Sachen zu haben, zu besitzen, die einen Sinn und Zweck erfüllen. Sei dieser Zweck eben auch “Es macht mich glücklich”, “Ich bin stolz wie bolle auf meine Sammlung”. Sobald Dinge anfangen uns zu konsumieren, wir so viel von etwas haben, wovon wir gar nicht wissen wieso, ab dem Punkt bring es uns kein Glücksgefühl mehr, sondern das Kaufen wird zum Laster. Bei allem was ich mir seitdem angelegt habe, kam mir kurz vor der Kasse die Frage auf “Ey sag mal wofür brauchst du das? Willst du das weil es dich, dein Leben bereichert? Oder nur weil die Werbung dafür so toll war? IST DAS NÜTZLICH?” Wenn ich zurückblicke, poah ich hab so einige Sachen wieder zurückgelegt und bin aus dem Laden. Erschreckend. Ich gehe um einiges bedachter mit dem Satz “Ich will..” um, stattdessen sage ich öfters “Ich wünsche mir..” Denn Wünsche können auch über Monate, Jahre erfüllt werden. In der heutigen Gesellschaft wird das Wollen versucht immer schnellstmöglich zu stillen. Sodass das Wollen zu einer endlosen Kette von Konsumgeilheit führt. Ich sage “Ich will einen grünen Mantel für den Winter” und im gleichen Moment googelt meine Freundin noch wie wo und für wie viel es die gibt. Es war erstaunlich für mich zu sehen, wie gut ich mich plötzlich fühlte, wenn ich in einem Laden eine Hose zurückließ, weil ich sie doch eh schon so ähnlich hatte, oder weil sie meinem Kleiderschrank nicht bereichte, meinem perönlichen Style. Zuvor hatte ich es immer den ganzen Tag, manchmal Tage danach bereut, dass ich das schöne Teil doch nicht gekauft hatte. Plötzlich hatte ich einen Grund nicht mehr aktiv an Produkte und Klamotten zu denken, und ich konnte meine Gedanken meinen Mitmenschen widmen. Weil es nicht mehr nützlich war.
    Ich kann mich auch heute nicht von meiner Hello Kitty Obsession trennen, meiner Hello Kitty Lampe, Stereobox, Schmuck, Haarklammern, Bürste etc., da ich den Nutzen drin sehe. Es bringt mich zum Lächeln, jedes Mal wenn ich meine Mini Hello Kitty anknipse und sie leuchtet, ich fühle mich ein kleines bisschen besser wenn diese dumme Katze mich umgibt, sie erinnert mich an schöne, lustige Zeiten. Eines Tages werde ich auch diese Dinge loswerden können, aber Minimalismus ist ein Prozess für mich. Erst hat man jedes paar Schuhe lieb, nach einigen Monaten merkt man, man kann sich ruhig von einigen trennen ohne dass es weg tut, und dann von Jahr zu Jahr wird die Sammlung kleiner, weil du dich auf die Nützlichkeit konzentrierst und bedachter mit materiellen Dingen umgehst. Alles soll einen Zweck erfüllen, einen zumindest Freude bereiten. Wenn du Zugang zu Netflix hast, schau dir mal bei Gelegenheit die Doku “Minimalism” an 🙂

    Antworten
    • KandyKate

      WOW! Als aller erstes möchte ich mich herzlich für deine Worte bedanken. Ich finde es klasse, dass du deinen Spirit und deine Gedanken hier mit uns teilst und ich bin voll bei dir. Ich muss ehrlich gestehen, dass mit dem liegen lassen an der Kasse, könnte ich wirklich noch etwas besser üben, aber dank dir, ist der erste Anstoß dazu gekommen. Ich freue mich schon jetzt auf das Gefühl, dass du beschreibst, wenn man es schafft, etwas liegen zu lassen 💜

      Auch wenn das nun etwas sensiblen klingt, aber ich muss zugeben, dass mir die tränchen kamen, als ich gesehen habe, wie viel mühe du dir gegeben hast, dieses Kommentar für mich und meine Leser zu verfassen. Tausend dank für deine liebevollen Zeilen.

      Antworten

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.