Liebes Reisetagebuch,

 

ein Spruch, der mich die letzten Tage ständig verfolgt ist:

„Dem ane Freud, is’m annern sei Leid.“

„Des einen Freude, ist dem anderen sein Leid“

Die Sonnenanbeter unter uns freuen sich über das tolle Wetter und die Bauern regen sich auf, dass die Ernte vertrocknet.

Die Gäste freuen sich, dass die Gasstätte noch länger auf hat und die Bedienung ärgert sich, dass sie noch arbeiten muss.

Die Flüchtlinge freuen sich, dass sie hier in Deutschland aufgenommen werden und die Einheimischen regen sich darüber auf.

Ja ihr habt richtig gelesen. Das scheint wohl hier im Mittelpunkt von Deutschland oder viel mehr bei den „Ossis“ ein sehr heikles Thema zu sein. An meinem 5. Tag durfte ich einiges über die Meinungen zu Flüchtlingen und den Umgang mit ihnen erfahren.

Als aller erstes möchte ich aber erwähnen, dass hier niemand etwas gegen Menschen anderer Nationalitäten hat. Es ist viel mehr der Umgang mit der Aufnahme der Menschen, die Ihre Länder aus Angst verlassen mussten.

Ein Ehepaar, welches die Wende noch hautnah miterlebte, hat mir Einblicke in Ihr Leben gewährt und ich muss sagen:

„Ich kann verstehen, weshalb schlechte 

Eindrücke über unsere Einwanderer entstehen!“

 

Besagte Familie hat nach dem Mauerfall hart geschuftet um sich das leben finanzieren zu können. Der Mann war mehr am arbeiten als alles andere und die Frau hat einen Job in einem Autohaus angenommen. Sie arbeitete Ihr leben lang in einem Vollzeitjob, in dem sie nie die 1000€ Grenze knackte, war in ihrem ganzen Leben insgesamt 8 Wochen ohne Arbeit und ist sogar jetzt in Ihrer Rente noch an zwei Arbeitsstellen anzufinden.

 

„Und die Immigranten bekommen hier eine Karte, auf die monatlich Geld geladen wird, ohne etwas dafür zu tun!“

 

sagte sie traurig zu mir.

„Als Flüchtling, bekommt man hier ein Dach über dem Kopf, eine Karte, die unseren EC-Karten ähnelt, um die Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken zu decken und sogar einen Shuttlebus der sie zum Kaufhaus fährt.“

 

„Und wir Einheimischen müssen gucken wie wir zur Kaufhalle kommen!“

 

Des weiteren sagte sie, dass sie absolut nichts dagegen hat, hier Neuankömmlinge aufzunehmen. Doch sie sollen sich doch bitte integrieren und an uns anpassen. Wenn sie mal auswandern sollte, würde sie sich auch an deren Bedingungen und Sitten anpassen.

 

Liebe Angie,

bitte sorge doch dafür, dass wir Menschen in Deutschland, egal wo wir her kommen, ALLE gleich behandelt werden. Oder ist es eventuell doch deine Absicht, dass Menschen unterschiedliche Rechte und Unterstützungen erhalten? Und uns somit Angst, Hass und Vorurteile beherrschen?

 

Wer weiß schon, was für Absichten hinter all dem stecken? Ich weiß auf jeden fall, dass ich darüber zu wenig weiß um mir eine eindeutige Meinung bilden zu können. Ich kann euch nur sagen, was ich hier erlebt habe, ist keines Wegs ein guter Dauerzustand.

Die Kunst ist es, wie mit allem im Leben, die Mitte zu finden. Ich hoffe sehr, dass wir zu diesem Thema eine gute Mitte finden werden damit alle mehr Freud, als leid erleben.

 

Inspiration das Tages:

Ich traf einen Radfahrer, der ebenfalls eine tour durch Deutschland macht. Er kommt aus Frankfurt. Wie klein die Welt doch ist. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Unteranderem ging es um Verschwendung. Ich erzählte ihm dass ich oft zu viel einkaufe und dann gar nicht schaffe alles zu essen. Er gab mir den Tipp einer Wegwerf-Liste. So kann man beobachten, was für dinge man oft weg wirft und sie gegebenen falls einfach nicht mehr kaufen.

 

Hast du schon mal beobachtet was du alles weg wirfst? Wir haben uns zu einer Wegwerfgesellschaft Entwickelt und mit dieser Liste, könnten wir es uns ein wenig bewusster machen.

 

Ich weis ich bin ne Ökotante geworden, aber unsere Natur wird es uns danken.

In diesem Sinne wünsche ich dir natürlich nur das beste.

Küsschen deine KandyKate

 

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